Ethikrichtlinien für Coaches, Berater und Mediatoren

Ethik-Richtlinien des DFC Ethik-Richtlinien des DFC (488,1 kB)

Ethikrichtlinien und Qualitätsstandards für CoaMAX-Coaches*

Präambel**

Coaching und die Fort- oder Weiterbildung zum Coach findet in einem Rahmen statt, der unbedingt  folgende Prinzipien verwirklicht.  

Coaching ist…

  • herrschaftsfrei und freiwillig
    (Coaching ist keine Führung und  findet außerhalb eines Rahmens von Abhängigkeit oder Führung statt.)
  • auf die Person bezogen
    (Coaching ist eine individuelle Beratung und keine Unternehmensberatung.)
  • prozesshaft
    (Coaching ist keine Fachberatung. Coaching befähigt Klienten dazu, selber zu entscheiden und zu handeln.)
  • vertrauensvoll und verschwiegen
    (Coaching bedarf eines vertrauensvollen freiwilligen Rahmens.)
  • unabhängig
    (Der Coach verfolgt lediglich das Ziel, dem Klienten zur Verwirklichung seiner Ziele zu befähigen. Der Coach darf hierbei nicht abhängig, erpressbar sein oder durch Fremdinteressen oder wirtschaftliche oder andere Not gesteuert sein.)
  • dialogisch/interaktionell
    (Coaching entwickelt sich in einer authentischen Begegnung; nicht durch Vortrag oder Tools.)

Jede Ausnahme hiervon muss offen gelegt und gut begründet sein. Sie darf allein dem Wohl des Klienten dienen.

Ethik-Richtlinien*

CoaMAX Coaches verpflichten sich zur Einhaltung der folgenden Ethikrichtlinien und Qualitätsstandards.

A. Coaches berücksichtigen ihre persönlichen und professionellen Begrenzungen. Coaches erhalten und pflegen ihre eigene körperliche und psychische Gesundheit, Ausgeglichenheit (Work-Life-Balance), Leistungsfähigkeit und finanzielle wie persönliche Unabhängigkeit. Wenn die eigene Gesundheit, Unabhängigkeit oder Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, stellen sie diese zuerst wieder her, bevor sie mit Klienten (Coachees) arbeiten. Klienten werden in solchen Phasen an kompetente Kolleginnen und Kollegen verwiesen.

B. Coaches prüfen ihren eigenen Erfahrungshorizont, ihr Wissen und ihre Kompetenz, um festzustellen, ob sie den Anforderungen an einen Coaching-Auftrag auchgewachsen sind. Wenn dies nicht der Fall ist, verweisen sie Klienten an entsprechende Kolleginnen oder Kollegen oder an andere professionelle Helferinnen und Helfer oder Institutionen (z.B. zur Psychotherapie, wenn eine solche erforderlich sein sollte). Coaches berücksichtigen, dass manche Klienten mehr psychologische Unterstützung benötigen, als dies durch Coaching möglich ist. Auch diese Klienten werden an andere zuständige Stellen verwiesen. Coaches kennendie Unterschiede der verschiedenen Beratungsformate Coaching, Supervision, Psychotherapie, Mediation und legen stets offen, in welchem Beratungsformat sie gerade mit ihren Klienten arbeiten.

C. Coaches sind dafür verantwortlich, dass die Klienten über die Bedingungen derZusammenarbeit wahrheitsgemäß und gut informiert sind (Anliegen, Auftrag, Zeiten, Kosten,Methoden, Vertragsbestimmungen, Rücktrittsbestimmungen, Verbandsbindung, Schiedsstelle, AGB u.a.).

D. Coaches geben auf Wunsch der Klienten Auskunft über ihre Verfahren, Methoden,Techniken, über die Zielsetzung und Hintergründe der Verfahren und über den Ablauf des Coaching-Prozesses. Coaches geben auch ehrlich Auskunft über ihre berufliche Sozialisation und ihren tatsächlichen Weiterbildungsstand und die Einbindung in Coaching-Netzwerke und Intervisions- bzw. Supervisionskreise.

E. Coaches gehen respektvoll mit allen Aspekten um, die sich aus Besonderheiten unterschiedlicher Kulturen, Religionen, politischer Ausrichtungen, Rassen, des Alters, der sozialen Schicht und des Geschlechts ergeben. Sie achten und respektieren das Recht jedes Menschen, würdevoll behandelt zu werden. Coaches des QRC und des DFC achten und respektieren auch die Besonderheitenund die Würde von Kolleginnen und Kollegen und auch von anderen Coachingverbänden. Sie gehen kollegial und würdevoll mit Kolleginnen und Kollegen um. Sie berücksichtigen die Gesetze ihres Landes und länderübergreifende Gesetze.

F. Coaches respektieren das Recht eines Klienten, den Coaching-Kontrakt jederzeit wieder zu beenden.

G. Coaches verpflichten sich zu strikter Verschwiegenheit gegenüber dritten Personen. Dies gilt auch dann, wenn die dritten Personen den Coaching-Prozess in Auftrag gegeben haben oder ihn bezahlen. Coaches führen Aufzeichnungen über Termine und wesentliche Gesprächs- oder Interventionsschritte und Themen im Beratungsverlauf. Diese Aufzeichnungen werden so verwahrt, dass fremde Personen hierin niemals und ohne die ausdrückliche und schriftliche Zustimmung des Klienten Einsicht nehmen können.

H. Coaches sind gut ausgebildet: Sie haben eine anerkannte und zertifizierte Ausbildung im Coaching. Wenn die Phase der Präsenzausbildung weniger als 150 Stunden ausmachte, lassen Coaches des QRC oder des DFC im ersten Jahr ihres Berufslebens ihre Arbeit supervisorisch begleiten. Als Sonderklausel für Studierende von Fernlehrgängen wie dem PCoa: Sie müssen relevante Berufserfahrung nachweisen sowie das Fernstudium UND das zugehörige Präsenzseminar komplett abgeschlossen haben, bevor Sie einen Aufnahmeantrag stellen können.

I. Coaches haben eine eigene Selbsterfahrung absolviert (Vorschlag: Minimum 75 Stunden), um sich in der Arbeit mit Klienten besser auf deren Anliegen konzentrieren zu können.

J. Coaches evaluieren und messen die Qualität ihrer Arbeit, indem sie strukturiertes Feedback einholen. Sie reagieren auf eigene Qualitätslücken umgehend und schließen diese mit Hilfe (und Rat) ihrer Kolleginnen und Kollegen und ihres Berufs- und Standesverbandes. Coaches lassen ihre Arbeit regelmäßig professionell begleiten und holen sich auf diese Weise eine Rückkoppelung.

K. Coaches bilden sich kontinuierlich in ihrem Coaching-Gebiet und ihrem beruflichen Kontext weiter. Außerdem nehmen sie an Intervisionszirkeln teil und studieren die Fachpresse und Lehrbücher ihres Gebietes und dessen Rechtsgrundlagen.

L. Coaches haben einen ausreichenden Versicherungsschutz für ihre Tätigkeit (zumindest einen umfassenden Haftpflichtversicherungsschutz für Personen- und Vermögensschäden). Sie informieren sich auch über andere sozial- und versicherungsrechtliche Fragen ihrer Tätigkeit (Rentenversicherung, BfA u.a.) und sind selbst ausreichend abgesichert.

M. Coaches vermeiden Interessenkonflikte, indem sie keine Aufträge annehmen oder weiterführen, die ihre persönliche und finanzielle Unabhängigkeit gefährden. Außerdem gehen Coaches keine erotischen oder freundschaftlichen Beziehungen mit Klientinnen oder Klienten ein. Sie nutzen ihre informelle „Machtposition“ aus dem spezifischen Rollenverhältnis und der damit einhergehenden „Intimität“ niemals für eine Form des Rollenmißbrauchs.

N. Coaches sehen sich in einer besonderen Verantwortlichkeit für diese Welt. Das Ziel ihrerArbeit ist es nicht ausschließlich Geld zu verdienen – da Geld kein Ziel sondern nur ein Mittel ist. Stattdessen dienen sie mit ihrer Arbeit drei Zielen: Mehr Frieden, mehr Wohlergehen, mehr Entfaltungsmöglichkeiten für die Klienten, ihrem sozialen Umfeld, für den Coach selbst, für die belebte und unbelebte Welt. Diese Ziele setzten voraus, dass die Coaches sich an einem Werte-Set orientieren, das das Wohlergehen der Menschheit, der Welt und der Natur mit einschließt. Coaches leben diese Werteorientierung vor und regen ihre Klienten an, über ihre eigenen Werte und Verantwortlichkeiten nachzudenken. Coaches unterstützen und fördern keine Maßnahmen, Coaching-Ziele oder Aufträge, die dieser Werteorientierung offensichtlich widersprechen.

O. Coaches, die selbst Weiterbildungen anbieten, orientieren sich an den Werten, die das Forum Werteorientierung in der Weiterbildung e.V. festgelegt hat (www.forumwerteorientierung.de).

P. Coaches handeln stets in einer Weise, die den Ruf der Tätigkeit des Coachings nicht schadet. Coaches behandeln Kolleginnen und Kollegen mit Respekt.

* CoaMAX Coaches verpflichten sich somit, sich auf die ausgeführten Ethik-Richtlinien. Die obenstehenden Ethik-Richtlinien sind angelehnt an die Ehtik-Richtlinien des Deutschen Fachverbandes Coaching (DFC) und des Qualitätsringes Coaching (QRC).

** Entnommen der Präambel der Ethik des Deutschen Fachverbandes Coaching, nachzulesen im Download auf dieser Seite.

CoaMAX-Mitglieder akzeptieren in jedem Falle zusätzlich auch die Ethik des Deutschen Bundesverbandes Coaching e.V. (DBVC -  www.dbvc.de) und verpflichten sich, die Ethik-Leitlinien des DBVC zu prüfen und für ihre Arbeit als Coach anzuerkennen.

Im Falle von Gründungs-, Marketing- und Unternehmensberatern gilt eine äquivalente Verpflichtung auf die Qualitätsstandards des BDU (www.bdu.de/qualitaetsstandard.html).