Idealsizing - euphemistisch oder sinnvoll?

25.02.2016 (Kommentare: 0)

Stets auf der Suche nach herrlichen Begriffen stieß ich neulich auf „Idealsizing“. Ein wunderbarer Euphemismus. Das längst geläufige „Rightsizing“ erklingt gerade schnöde dagegen. Doch der nette Neologismus hat seine Berechtigung.

Waren die meisten der heute großen Unternehmen früher einmal wendig und klein, leiden sie in der heutigen beschleunigt turbulenten Welt unter ihrem Supertankerdasein. Wie ein arthritischer, übergewichtiger Boxer im Kampf gegen Bruce Lee auf Ecstasy.

Genau jene Größenvorteile, die Konzerne früher so unüberwindbar gemacht hat, bringen sie heute zu Fall. Small is the new big, wie es die Marketing-Ikone Seth Godin so schön auf den Punkt brachte.

Spannend für die neue Generation von Unternehmensikonen, Alibaba, Apple, Google, Microsoft, SAP, Yahoo, ist es deshalb, wie sie ihr zwangsläufig aus ihrem Erfolg geborenes Wachstum mit der Schnelligkeit und Beweglichkeit in Einklang bringen, die sie an die Spitze gebracht haben. Manche, allen voran Google, schaffen es, andere, offensichtlich Yahoo, nicht, Microsoft: Fragezeichen.

Idealsizing bedeutet, die Balance zwischen Schlagkraft und Kampfgewicht auf der einen und Agilität auf der anderen Seite zu finden. Gerade deshalb war die Bildung von Alphabet ein so genialer Schachzug von Google: rechtzeitig aufteilen, bevor der Laden zum unsteuerbaren Dino mutiert. Also „Sting like a bee, float like a butterfly“ - frei nach Muhammed Ali.

Leif Erik Wollenweber

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