Mut zur Verunsicherung

20.08.2010 Leif-Erik Wollenweber (Kommentare: 0)

Coaching ohne Schierlingsbecher

Die Frage "warum" verunsichert - warum müssen Coaches den Mut haben, sie zu stellen? Es ist ein Risiko, einen Ratsuchenden mit mehr Unsicherheit gehen zu lassen, als er gekommen ist. Warum es also für sich und den Klienten eingehen?

Sokrates musste den Schierlingsbecher trinken, da er seinen Zeitgenossen, in seinem Bestreben, zu den letzten Dingen vorzudringen zuvorderst den letzten Nerv raubte. Ein Coach oder Berater hat heute weit weniger drakonische Strafen zu befürchten. Aber wenn die Kunden "ratlos" und damit unsicher gehen, steht schnell einmal die (wirtschaftliche) Existenz auf dem Spiel.

Doch den einfacheren Weg gehen, und einen Rat geben? Der sicher Gewicht hat, schließlich kommt er von einer gesuchten, kompetenten Autoritätsperson. Oder Stärke steigen und zugeben, dass ein Coach nicht alles wissen kann, schon gar nicht alles wissen muss. Dass die Wirklichkeit und die Wahrnehmung des Coaches nicht die des Klienten ist. Dass dieser deshalb seine Lösung selbst erarbeiten muss. Und seine Verunsicherung eine notwendige, wenngleich manchmal schwerzhafte Erfahrung auf diesem Weg ist.

Also, wofür entscheiden wir uns als Coaches, oder als um Rat gefragte in Alltagssituationen? Und welchen Weg wünschen wir uns eigentlich, wenn wir die Ratsuchenden sind?

Gedankenanstoß: Sokrates beeinflusst das Denken der Menschen bis heute - und nicht zum Schlechtesten.

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